Stammeschronik

Seit 1973 gibt es die Pfadfinder Neuhaus – wie war das damals?


Außer den Ministranten gab es damals im Ort keine (katholische) Jugendorganisation. Ein für alle Teilnehmer unvergessliches Zeltlager der Ministranten am Voitenthanner Weiher im Jahre 1972 hatte in einigen Köpfen den „Appetit nach mehr“ geweckt. In der Folge entwickelte sich eine verschworene Gruppe von „Oberministranten“ um den damaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Josef Kronwald. Bald blieb es nicht nur bei ideenreicher Theorie. Vom Eifer der Jugend und vom Zauber des Anfangs getragen, nahm der Wunsch „Pfadfinder zu werden“, bald Gestalt an.

Quasi „Geburtshelfer“ machte der Windischeschenbacher Stamm (bei dem man sich fleißig informierte) und vor allem DPSG-Bezirksvorsitzender Rainer Sindesberger, der mit Elan und flotten Sprüchen die Begeisterung der Neuhauser Kids weckte. Sindesberger wusste damals all die Vorstellungen in den Begriff „Pfadfinder“ zu packen, die junge Menschen auch heute noch faszinieren: „Learning by doing“ – das Erfahren und Erleben der Umwelt durch eigenes Tun und Handeln, Begegnungen mit der Natur, kameradschaftliches Beisammensein im Kreise Gleichgesinnter, der Reiz von Zeltlagern, spannende Fahrten und interessante Unternehmungen, die Internationalität der Pfadfinder als weitumspannende Jugendorganisation.

Zu jenen Pfadfinder-Pionieren, bei denen 1973 die Idee zur Stammesgründung gezündet hat, zählen Manfred Bäuml, Clemens Fütterer, Albert Hofmann, Lothar Käß, Gerhard Kühner und Alfred Schletz. Sie ergriffen die Initiative und statuierten am 31. Januar 1973 den Stamm Don Bosco Neuhaus. Der Namenspatron als eine Art „Filou und Gaukler Gottes“ schien dabei der rechte Begleiter zu sein, damit die Neuhauser Pfadfinder das Laufen lernten.

Bei der 1. Stammesversammlung wurde Josef Kronwald einstimmig zum Vorsitzenden gewählt, Kurat wurde Josef Unsicker und Alfons Bäuml übernahm das Amt des Kassiers. Ohne die Gruppenführer, wie Richard Eibl, Peter Franz, Stefan Fütterer, Adolf Giehl, Sebastian Gierisch, Gerhard Kühner und Gerhard Wilhelm, hätte eine so starke Gemeinschaft nicht entstehen können.

Durch Grabungsarbeiten an der Kirche, Holzfällerarbeiten, Preisschafkopf und anderen Unternehmungen konnten die ersten großen Anschaffungen gemacht werden (Banner, Wimpel und Gruppenzelt). Neben den jährlichen Zeltlagern und Johannisfeuern wurden Wanderungen und Fahrten nach Luxemburg und Frankreich unternommen. Auch bei Jamborees in Hohenfels und Vilseck wurde mitgemacht. Dabei entwickelte sich ein guter Kontakt zu den amerikanischen Boy Scouts.

Nach dem Rücktritt von Josef Kronwald am 26. März 1977 versuchte sich ein Leitungsteam (Manfred Bäuml, Clemens und Stefan Fütterer und Karl Hecht) in der Stammesführung. Bald darauf übernahm Manfred Bäuml den Vorsitz. Unter ihm wurde dann das Projekt „eigener Gruppenraum“ in Angriff genommen. Dies war erforderlich, nachdem die Räumlichkeiten im Pfarrheim für die Jugendarbeit weder ausreichend noch geeignet waren. Treibender Motor beim Hüttenbau war Alfons Bäuml, der immer wieder für den nötigen Zusammenhalt sorgte. Nicht wegzudenken von der „Bäuml-Ära“ war der „gute Geist“ Rosa Bäuml.

Zu dieser Zeit wurde Pfarrer Konrad Gruber geistlicher Beirat des Stammes, Gruppenleiter waren Dietmar Bäuml, Rita Bauer, Manfred Egeter, Reinhard Fütterer, Robert Görl, Christian Henkens, Gerhard Kühner, Peter Raab, Lehrer Steiner und Klaus Windschiegl. Wegen seines Studiums gab Manfred Bäuml seinen Vorsitz im Frühling 1984 ab.

Nachdem der Stamm eine Zeitlang ohne Führung war, nahm im November desselben Jahres Christian Henkens das Steuer in die Hand. Damals bestand der Verein nur mehr aus einer Pfadfindergruppe und ein paar aktiven Mitgliedern. Durch ihn kam wieder neuer Schwung in die DPSG Neuhaus. Unter seiner Amtszeit wurde mit viel Engagement der Stamm mit zwei neuen Wölflingsgruppen verstärkt. Im Mai 1986 konnte er seine Führungsrolle, bedingt durch seinen Beruf, nicht mehr ausüben.

Nach einer verlängerten „Sommerflaute“ wurde im November 1986 Reinhard Fütterer zum Vorsitzenden gewählt. Als große Stütze und Organisationstalent kam im November 1987 Franz Haderer als zweiter Vorstand hinzu. Durch größere Aktionen, wie Seifenkistlrennen, 15-jähriges Bestehen, Stammeszeltlager… wuchs der Stamm schnell von ca. 15 auf 45 aktive Mitglieder an.

Im Januar 1989 fand im Pfarrheim eine Versammlung statt, bei der dann, nach einigem Widerstand, beschlossen wurde, auch Mädchen in den Stamm aufzunehmen. Heute wären sie nicht mehr wegzudenken. Mit ihnen kam nicht nur frischer Wind, sondern sie stellen derzeit auch den überwiegenden Teil der Gruppenleiter. Neben den üblichen Unternehmungen ging man zum Klettern in die Gardaseeberge, unternahm Kanufahrten und Reisen mit dem ganzen Stamm nach Italien und Ungarn.

1990 fand das erste Brunnenfest auf dem Neuhauser Marktplatz statt. Außerdem wurde zum ersten Mal eine Silvesterfeier im Burgkeller unter dem Motto „Cowboys“ abgehalten. Gruppenleiter waren in dieser Zeit Fritz Witt, Bettina Schönberger, Helga Punzmann, Inga Lintl, Kerstin Lintl, Josef Käß, Thomas Kneidl, Reinhard Fütterer und Martin Fütterer.

Im Sommer 1992 fand ein Badeurlaub in Venedig statt und Kitty (Reinhard Fütterer) machte sich zum ersten Mal Gedanken über das Ende seiner Vorstandskarriere.

Beim zwanzigjährigen Bestehen 1993 hatte der Stamm insgesamt 60 aktive Mitglieder. Gruppenleiter waren Brigitte Windschiegl, Claudia Schönberger, Werner Schulz, Armin Seuß, Mario Niklas, Renate Punzmann, Stefan Hanke, Angela Hecht, Margit Bergler, Renate Bergler und Michaela Bauer.

Im April 1993 fand der Georgslauf in Neuhaus mit rund 500 Teilnehmern zum ersten Mal mit tschechischen Pfadfindern statt. Aus Prag, Pilsen, Marienbad…. waren über 100 Pfadfinder angereist um uns das Pfadfindertum in Tschechien näherzubringen und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Im Sommer 1994 wurde Pfarrer Albert Kobler als Stammeskurat verabschiedet und Pfarrer Wolfgang Traßl übernahm sein Amt.

Am 03.10.1994 ging in der Stammesversammlung nach zehn Jahren die Ära „Kitty“ zu Ende. Nach langer Diskussion erklärten sich Bettina Schönberger und Gitte Kreinhöfner bereit die Stammesführung zu übernehmen.

Im Februar 1995 wurde zum ersten Mal ein Kinderfasching veranstaltet. Im August des gleichen Jahres folgte der zweite Italienurlaub in die „ewige Stadt“ Rom.

1996 feierte Reinhard Fütterer als Gruppenleiter einer neuen Rovergruppe sein Comeback.

Ende 1996 gab Alfons Bäuml sein Amt als Kassier an Franz Haderer ab.

1997 wurde das Brunnenfest wegen der zahlreichen Besucher und Attraktionen sowie des herrlichen Wetters inoffiziell zum Neuhauser Bürgerfest erklärt. Weitere Höhepunkte waren eine Höhlenwanderung, Klettern am Gardasee, eine Theateraufführung, ein JVA-Besuch, ein Stammeszeltlager, ein Badeurlaub in Venedig, eine Silvesterparty…

Im Januar 1998 übergaben Bettina Schönberger und Gitte Kreinhöfner die Stammesleitung an Kerstin Schieder und Matthias Sauer.

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